Wer Nassfutter für seinen Hund kauft, sieht auf der Vorderseite der Dose oft zuerst die Sorte: Rind mit Gemüse, Huhn pur oder ein Menü mit Lamm. Daneben stehen Begriffe wie „Monoprotein“, „getreidefrei“ oder „hoher Fleischanteil“. Diese Angaben können bei der Auswahl helfen. Sie beschreiben aber jeweils nur einen Teil des Produkts. Um eine Dose richtig einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf das gesamte Etikett.
Die Futtermittelart zuerst prüfen
Eine der wichtigsten Angaben lautet „Alleinfuttermittel“ oder „Ergänzungsfuttermittel“. Ein Alleinfuttermittel ist aufgrund seiner Zusammensetzung dafür vorgesehen, für die tägliche Ration auszureichen. Ein Ergänzungsfuttermittel reicht dafür nur zusammen mit weiteren Futtermitteln aus.
Das ist eine Angabe zum vorgesehenen Einsatz, kein allgemeines Qualitätsurteil. Ein Ergänzungsfuttermittel kann bewusst für eine selbst zusammengestellte Ration gedacht sein. Entscheidend ist, dass der Hundehalter weiß, wie er das konkrete Produkt verwenden soll.
Vom Namen allein lässt sich die Futtermittelart nicht zuverlässig ableiten. Auch eine Dose mit der Aufschrift „Menü“ oder einem hohen Fleischanteil sollte deshalb auf ihre Kennzeichnung geprüft werden.
Zusammensetzung und Produktname unterscheiden
Der Produktname hebt meist ausgewählte Zutaten hervor. Die Zusammensetzung gibt einen genaueren Überblick darüber, was verarbeitet wurde. Neben Muskelfleisch können in einem Nassfutter beispielsweise Herz, Leber oder andere tierische Bestandteile enthalten sein. Je nach Rezeptur kommen Gemüse, Kartoffeln, Reis, Öle oder weitere Zutaten hinzu.
Wer bestimmte Tierarten füttern oder vermeiden möchte, sollte besonders auf die aufgeführten tierischen Bestandteile achten. „Mit Rind“ bedeutet nicht zwangsläufig, dass Rind die einzige tierische Zutat ist. Erst die Zusammensetzung zeigt, welche Angaben der Hersteller zum gesamten Produkt macht.
Dabei sind Innereien nicht pauschal als unerwünscht einzuordnen. Wichtiger ist, welche Bestandteile genannt werden und ob die Angaben zur eigenen Fütterung passen.
Was bedeutet Monoprotein?
Bei einem Monoprotein-Nassfutter steht eine einzige tierische Proteinquelle im Mittelpunkt. Das kann zum Beispiel Rind, Pferd, Huhn oder Fisch sein. Für Hundehalter, die die verwendeten Tierarten überblicken möchten, ist diese Angabe hilfreich.
Monoprotein bedeutet allerdings nicht „nur Muskelfleisch“. Eine Rezeptur mit Rind als tierischer Proteinquelle kann verschiedene Bestandteile vom Rind enthalten. Ebenso sagt der Begriff allein nichts darüber aus, ob die Dose ein Allein- oder Ergänzungsfuttermittel ist. Diese Fragen müssen getrennt geprüft werden.
Fleischanteil und Analysewerte einordnen
Ein hoher Fleischanteil fällt beim Vergleich schnell ins Auge. Er beschreibt jedoch nicht die gesamte Rezeptur. Auch eine Zahl auf der Vorderseite beantwortet weder die Frage nach der Futtermittelart noch zeigt sie, welche weiteren Zutaten enthalten sind.
Auf dem Etikett stehen außerdem analytische Bestandteile wie Rohprotein und Rohfett. Sie liefern zusätzliche Informationen zum Produkt. Da Nassfutter einen hohen Feuchtigkeitsanteil hat, sollten einzelne Werte jedoch nicht ohne Zusammenhang mit der übrigen Deklaration beurteilt werden.
Wer die verschiedenen Angaben ausführlicher nachlesen möchte, findet im Ratgeber Nassfutter für Hunde Erklärungen zur Zusammensetzung, Deklaration und zu unterschiedlichen Nassfutterkonzepten.
Auch der Alltag spielt eine Rolle
Zur Auswahl gehört schließlich mehr als die Zutatenliste. Die Dosengröße sollte zur benötigten Futtermenge passen. Bei einem neuen Produkt ist außerdem sinnvoll, die Fütterungsempfehlung zu lesen und den Wechsel vom bisherigen Futter bewusst zu gestalten. Nach dem Öffnen gelten die Lagerhinweise des Herstellers.
Nicht jede Sorte passt zu jedem Hund und zu jeder Fütterungsweise. Wer die Futtermittelart, die Zusammensetzung und die praktischen Angaben gemeinsam betrachtet, kann Nassfutter deutlich besser vergleichen als allein anhand der Werbeaussagen auf der Vorderseite.
Fazit
Die Vorderseite einer Nassfutterdose bietet einen ersten Eindruck. Für die Entscheidung sind vor allem die vollständigen Angaben auf dem Etikett wichtig: Wofür ist das Futter vorgesehen? Welche Zutaten und Proteinquellen enthält es? Und wie soll es gefüttert werden? Erst zusammen ergeben diese Informationen ein klares Bild des Produkts.



